Die Fakten zum „Fall Reitzenstein gegen Flachowsky“:

1. Über Meinungen diskutiert man nicht - über Fakten schon

Am 14.06.2016 wurde die Rezension von Sören Flachowsky auf HSozKult veröffentlicht. Am 20.06.2016 mailte ich an den Rezensenten und den Herausgeber von HSozKult, Professor Dr. Rüdiger Hohls in cc, und führte einige Punkte auf, die mir nicht zutreffend erschienen. Dabei ging es nicht um Meinungen oder Wertungen, sondern um falsche Tatsachenbehauptungen und auch fachliche Fragen. Nun wollte ich den Rezensenten nicht mit einer öffentlichen Replik bloßstellen, sondern mit ihm zuvor den klärenden Dialog über seine Behauptungen suchen, von denen elf mir diskussionswürdig schienen. Daher schrieb ich:

„Lieber Sören, […] H Soz Kult wird von der ganzen Historiker-Community gelesen. Dort rezensiert zu werden und dann noch von jemandem, der sich in seiner eigenen Dissertation mit ähnlichen Feldern befasst hat, ist gewiss eine schöne Grundkonstellation. Daher zunächst einmal: Herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mein Buch durchzusehen und Dich mit wesentlichen Abschnitten intensiver zu befassen. […] Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass ein Rezensent Dinge anders sieht als ein Autor. […] Insoweit ist mein Anliegen nicht, mich zu beklagen oder gar Änderungen einzufordern in Bezug auf Sachverhalte, über die man geteilter Meinung sein kann. […] Da die Rezension jedoch in Teilen einerseits rufschädigend für den Autor, andererseits für den Rezensenten - neben den Folgen für die anderen Involvierten - zu sein vermag, rege ich an, die Situation

a)      kurzfristig

b)      im Dialog

c)      konsensual

zu lösen. […] Dazu biete ich ein kurzfristiges Gespräch an, bevorzugt unter Einbeziehung eines Herausgebers der Website.“


Während ich ausdrücklich schrieb, dass ich keine Änderungen einfordere über Sachverhalte, über die geteilter Meinung sein kann, teilt die Redaktion von H-Soz-Kult hingegen am 20.02.2017 mit mit Verweis auf o.g. e-mail mit: "verlangte der Autor an insgesamt elf Stellen der Rezension Änderungen." Auf die e-mail selbst erfolgte keine Antwort. Weder von Herrn Flachowsky, noch von Herrn Hohls.

2. Der beste Weg: Dialog suchen und wissenschaftliche Diskussion führen

Zu den elf vorgenannten, aus meiner Sicht diskussionswürdigen Punkten zählen die beiden hier exemplarisch ausgewählten. Herr Flachowsky schrieb:

„Bei der Betrachtung der Abteilungen von August Hirt und Sigmund Rascher verzichtet Reitzenstein mit Blick auf die Forschungslage auf eine Darstellung der Verbrechen, was aber angebracht gewesen wäre.“

Das sehe ich auch so – schon die Empathie mit den Opfern macht es angebracht, diese grausamen Verbrechen des NS-Regimes ans Licht zu holen: Wer nun aber „Himmlers Forscher“ einmal durchblättert, wird feststellen, dass die beiden genannten Kapitel beinahe ausschließlich die Schilderung der grausamen und unmenschlichen Verbrechen zum Gegenstand haben:

Im Kapitel „Rascher“ mit 43 Seiten wurden Verbrechen Raschers auf mehr als 32 Seiten dargestellt, darunter die luftfahrtmedizinischen Versuche, der mutmaßliche Mord an seiner Haushaltshilfe, Betrug, versuchte Körperverletzung durch Typhus-Serum-Herstellung und -anwendung, Missbrauch von Häftlingen als Versuchspersonen für Blutstillmittel, mutmaßliche Bestechlichkeit auf zwei Seiten und mehrfache Kindsentführungen.

Im Kapitel „Hirt“ – mit 64 Seiten der Schwerpunkt des Buches - wurden dessen Verbrechen auf 61 Seiten dargestellt, darunter die Experimente an Wehrmachtsfähnrichen, die Versuche mit Lost an Häftlingen, das Verbrechen der „Straßburger Schädelsammlung“, sowie die Unterstützung der Phosgen-Versuchen von Otto Bickenbach und der Fleckfieber-Versuche von Eugen Haagen, die beide entgegen der Auskunft des Rezensenten keine Mitarbeiter des Instituts wie Hirt und Rascher waren.

In diesen beiden Kapiteln werden jene beiden Abteilungen vorgestellt, in denen Humanversuche stattfanden. In ihnen werden die Leiden der Opfer spürbar, was die Grundlage der Einschätzung im Fazit des Buches ist: Der unzweifelhaft verbrecherische Charakter des untersuchten Instituts. Herr Flachowsky versichert hingegen den gutgläubigen Lesern seiner Rezension, dass in Himmlers Forscher auf die Darstellung der Verbrechen verzichtet wurde, obschon deren Darstellung aber angebracht gewesen wäre. Der Rezensent kritisiert auch mein folgendes Forschungsergebnis als „problematisch“:

„Es wird gezeigt, dass Rascher von Beginn an letale Versuche anstrebte, Sievers jedoch nie von sich aus derartige Versuchsanordnungen forderte. Daraus ergibt sich, dass Sievers selbst ‚nur‘ an zwei Stellen von sich heraus potentiell todbringende Maßnahmen forciert hat: Bezüglich der Lost-Versuche von Hirt und bezüglich der sogenannten ‚Jüdischen Skelettsammlung‘.“ (S. 61)

Er weist darauf hin, dass dies unrichtig sei, da ich ja selbst im Buch belege, bei welchen weiteren Verbrechen Sievers Mittäter war und dass er dafür hingerichtet wurde.

Nun ist es aber rechtlich ein deutlicher Unterschied, ob jemand sich ein Verbrechen ausdenkt und dieses dann forciert umsetzt oder ob jemand Mittäter bei Verbrechen anderer ist. Aus genau diesem Grunde habe ich differenziert, inwieweit Wolfram Sievers „letale Humanversuche forcierte, koordinierte und finanzierte (S. 89f., 92, 120f., 122f., 129f., 150, 155f.) und sogar einigen Versuchen persönlich beiwohnte“ und inwieweit er „selbst ‚nur‘ an zwei Stellen von sich heraus potentiell todbringende Maßnahmen forciert hat.“. Ergänzt habe ich das um den Hinweis, dass Sievers Alternativen zum Humanversuch – um den Gegensatz zu Rascher zu zeigen – immer akzeptiert hat.

Wer nun eine juristische Differenzierung bei der Darstellung von Verbrechen „problematisch“ findet, wirft Fragen zu seinem Rechtsverständnis auf. Leser vertrauen Rezensenten. Wenn der Rezensionsleser zu dem Eindruck gelangen kann, dass der Autor NS-Verbrecher „problematisch“ relativiere und gleichzeitig die Leiden der Opfer gänzlich unerwähnt lässt, ist das nicht immer folgenlos. Insbesondere, wenn der Rezensent im letzten Abschnitt dem Leser seine Erkenntnis vermittelt, dass der Autor lediglich „ungewollt“ auch zu korrekten Ergebnissen gekommen sei.

Ein jeder Leser mag prüfen, wie er - sei er Hochschulangehöriger, sei er in der freien Wirtschaft - mit jemandem umgeht, der "unter Verdacht" steht: Relativierung von NS-Verbrechern bei gleichzeitigem Verschweigen des verbrecherischen Charakters der von diesem veranworteten Menschenversuche, bescheinigt durch einen Experten. Und ich wünsche niemandem, einschließlich der Beteiligten, dass sie jemals die beruflichen und familiären Folgen eines solchen Verdachts erleben müssen. Klarstellungen werden nicht leichter, wenn entgegnet wird, dass es "wohl schon seine Gründe haben wird, wenn die "Experten" sich über Monate weigern, auf Kontaktversuche zu reagieren." Oder: "Welcher ernsthafte Historiker würde mit jemandem unter solchem Verdacht dessen Relativierungsthesen diskutieren wollen?" Die perfekte selbsterfüllene Prophezeiung.


3. Der Rechtsweg ist immer nur der zweitbeste Weg

Während ich weiter auf verschiedenen Ebenen auf Kontakt zu Herrn Flachowsky hoffte, wuchs der öffentliche Druck. Die Frage, wie man dazu komme, NS-Verbrechen zu relativieren und die grausamen Verbrechen einfach unter den Tisch fallen zu lassen, macht Eindruck. Wenn diese Fragen nicht nur im wissenschaftlichem, sondern auch im beruflichen und familiären Umfeld für Misslichkeiten sorgen, ist es schwer, sich mit der Verweigerung der wissenschaftlichen Diskussion abzufinden. An diesem Punkt schaltete ich meinen Rechtsanwalt ein.

Doch auf dessen Schreiben vom 30.06.2016 reagierte Herr Flachowsky ebenfalls nicht. Dies, obschon das Schreiben mein Bedauern betonte, statt Annahme von Dialogofferten überhaupt einen Anwalt bemühen zu müssen und wir hofften, „dass die Angelegenheit auf diesem Wege geklärt werden kann“ und keine gerichtliche Hilfe benötigt werden.

Auf anwaltlichen Rat wurde daher zunächst bei der zuständigen Pressekammer des Landgerichts Hamburg der Antrag gestellt, erst einmal nur eine der von mir als problematisch angesehenen Behauptungen wegen erwiesener Unwahrheit im Wege der Einstweiligen Verfügung zu untersagen. Das Landgericht untersagte Herrn Flachowsky am 27.07.2016, weiterhin zu behaupten:

„Bei der Betrachtung der Abteilungen von August Hirt und Sigmund Rascher verzichtet Reitzenstein mit Blick auf die Forschungslage auf eine Darstellung der Verbrechen.“

Das Landgericht sah den Schaden durch eine Behauptung als so gravierend an, dass es wegen Dringlichkeit gleich einen Beschluss erlassen hat, ohne Herrn Flachowsky anzuhören. Die rechtliche Hürde für solch ein Verfahren liegt sehr hoch. Juristen erklären, dass die gegenständlichen Behauptungen sowohl unwahr, als auch ehrverletzend sein müssen, um mit einer gerichtlichen Entscheidung die Interessen des Antragstellers über die Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit stellen zu können. Und um zu deeskalieren, klagte ich nicht auf Schmerzensgeld für das, was meine Familie und ich an Folgen trugen. Denn ich suchte ja keinen Rechtsstreit, sondern den Dialog mit dem Rezensenten.*

Herr Flachowsky verzichtete auf einen Widerspruch gegen die Verfügung und damit die Möglichkeit, der Kammer seine Argumente darzulegen, die Verfügung aufheben und damit mir die ganzen Kosten auferlegen zu lassen. Herr Flachowsky hat die Verfügung am 20.08.2016 anerkannt. Die vergeblich angebotene wissenschaftliche Diskussion hingegen wäre kostenfrei gewesen.

Frau Förster schreibt zur Entscheidung und von Herrn Flachowsky anerkannten Verfügung:

„Doch die Organisatoren der Plattform beugen sich nur juristisch und bleiben ihrer Maxime treu, den Streit wissenschaftlich zu klären. Dazu haben sie Reitzenstein mit feiner Finte erneut aufgefordert: Michael Wildt und Rüdiger Hohls haben „eine eigenständige Bewertung des Buchs“ veröffentlicht, die Flachowskys Kritik über weite Strecken paraphrasiert.“

Es muss unklar bleiben, weshalb „feine Finten“ nun besser sein sollen, als die gute akademische Praxis des von mir mehrfach erbetenen wissenschaftlichen Dialoges. Die Herren Hohls und Wildt schreiben:

„Nach unserer Einschätzung entbehrt Reitzensteins gerichtliches Vorgehen gegen den Rezensenten jeder wissenschaftlichen Grundlage.“

Die wissenschaftliche Diskussion hat im Gegensatz zu „feinen Finten“ einen Vorteil: Man könnte dann Herrn Wildt fragen, weshalb er es für wissenschaftlich richtig befindet, zu behaupten, es würden keine Verbrechen geschildert – wenn doch über viele viele Seiten genau diese Verbrechen geschildert werden. Ebenso könnte man ihn fragen, weshalb er als Vorgesetzter von Herrn Flachowsky die erneute Rezension selbst schrieb. Er hätte auch einen Unbeteiligten um eine Rezension bitten können, beispielsweise einen Experten für das Thema von „Himmlers Forscher“: die NS-Medizingeschichte.


4. Ist das noch Wissenschaft oder kann das weg?

Wissenschaftliche Diskussion zeichnet sich dadurch aus, dass mit gleichen Maßstäben gemessen wird. Während Herr Flachowsky mir vorwirft, dass ich dem Ahnenerbe-Geschäftsführer Sievers Einfluss über das Ahnenerbe hinaus auf den NS-Forschungsbetrieb zubillige, schreibt er selbst in der Deutschen Biographie über Sievers:

„Mit Hilfe seiner zahlreichen Funktionen verstand es S., das „Ahnenerbe“ zu einer weit verzweigten Organisation mit über vierzig wissenschaftlichen Abteilungen auszubauen, und der SS auf diese Weise Einfluß im NS-Forschungsbetrieb zu sichern."

Am 09.11.2016 gab die Herrn Flachowsky vertretende Rechtsanwältin Hohls auch hinsichtlich der folgenden Äußerung für diesen eine Unterlassungserkärung ab:

 „Ungewollt belegt das Buch ‚Himmlers Forscher‘ die in ihrer wissenschaftspolitischen und fachlichen Bedeutung stark limitierte Wirkung des ‚SS-Ahnenerbes‘ im NS-Wissenschaftsbetrieb.“


5. Wie frei ist eine Replik, wenn deren Veränderung schon vorher angeküdigt wird?

Zum wissenschaftlichen Austausch gehört, dass ein Rezensent rezensiert und der renzensierte Autor gegebenenfalls repliziert. Das würde ich sehr gern umsetzen. Am 24.06.2016 wurde mir von einer Redakteurin von HSozKult in der einzigen Mail, die ich je von dort erhielt, mitgeteilt:

„Ganz klar möchte ich sagen, dass einmal veröffentlichte Rezensionen auf H-Soz-Kult nicht nachträglich verändert werden. […] Sie als Leser von H-Soz-Kult können mir eine Replik einreichen, die ich dann redigiere und innerhalb der Redaktion diskutieren lasse. Selbstverständlich unterliegen Repliken dem gleichen redaktionellen Vorbehalt wie alle Texte für H-Soz-Kult. […] Ich habe mir deshalb selbstverständlich sofort Ihr Buch besorgt und mit der Lektüre bereits begonnen.“(Hervorhebungen d. Verf.)

Eine unbearbeitete Replik zu veröffentlichen, war also gar nicht möglich. Diskussionen hinter verschlossenen Türen über die Replik mag mancher intransparent nennen. Insbesondere, wenn einer der ihren eigene Fehler schriftlich anerkennt. Also blieb nur die von mir erbetene wissenschaftliche Diskussion. Eine Diskussion über ein Buch macht jedoch wenig Sinn, wenn Diskussionspartner es nicht gelesen haben. Seit acht Monaten warte ich nun auf eine Reaktion, auf meine Antwort auf die Mail – und das Signal, dass das Buch gelesen wurde und mein Diskussionsangebot an den Rezensenten angenommen wird.

Auf HSozKult wurde zwischenzeitlich wider besseres Wissen behauptet, ich habe eine Replik „ausdrücklich abgelehnt“. Da bedurfte es keiner Klage – die Anwältin von HSozKult erkannte möglicherweise, dass diese Behauptung falsch und schlicht erfunden ist. Jedenfalls wurde rasch dafür gesorgt, dass die Redaktion diese Behauptung löscht. Gleichzeitig wurde im November 2016 von mir unverlangt die gesamte Rezension von Herrn Flachowsky gelöscht.

Nun, rund vier ereignislose Monate später, werden abermals Behauptungen in die Welt getragen. Aufgrund der am 22.02.2016 veröffentlichten drei Texte erschienen Blogs, Twittermeldungen, Leserkommentare, etc., die offensichtlich davon ausgingen, dass ich ohne Kontaktversuch unmittelbar vor Gericht gegangen sei. Sogar von einer Klage war die Rede, dabei habe ich die von meinem Anwalt bereits vorbereitete Hauptsacheklage immer noch nicht eingereicht, um nach dem erfreulichen, aber unverlangten Zurückziehen der Rezension den Frieden zu wahren.

Der FAZ-Artikel vermittelt Lesern den Eindruck, dass es sich um eine aktuelle Berichterstattung handle – im Linktext heißt es „aktuell“ und im Artikel behauptet Frau Förster, die Rezension von Herrn Flachowsky sei nicht vier Monate vorher, sondern zwei Tage vorher gelöscht worden.

Durch die drei Veröffentlichungen entstanden jedoch rasch Diskussionen im Netz, die postfaktisch wirken. Hier einige Beispiele. Doch nach nur wenigen Tagen wurde manch harsches Statement schon relativiert.


6. Betrachten Sie die Fakten und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

Liebe Leser - bilden Sie sich eine eigene Meinung:

·         Herr Flachowsky schreibt eine Rezension, in der Unwahrheiten verbreitet werden. Diese reicht er dem zuständigen Redakteur bei HSozKult ein, der diese unabhängig und ergebnisoffen prüft, wie es wissenschaftlicher und journalistischer Brauch ist.

·         Der prüfende Redakteur ist Herr Wildt, der auch gleichzeitig Vertreter des Diensteanbieters für HSozKult ist. Zudem ist Herr Flachowsky sein Mitarbeiter an seinem Lehrstuhl.

·         Herr Hohls ist Herausgeber und sieht sich mit den Unwahrheiten in der Rezension konfrontiert, u.a. den angeblich nicht beschriebenen Verbrechen, aber auch mit meinem Wunsch, die verschiedenen Standpunkte im Gespräch zu klären. Er reagiert nicht.

·         Stattdessen setzt seine Redaktion weitere Unwahrheiten in die Welt: Die falsche Behauptung, ich hätte eine Replik ausdrücklich abgelehnt. Das musste sie schon vor Monaten zurücknehmen. Die Redaktion hat zeitgleich ohne mein Wissen und Wollen die gesamte Rezension zurückgezogen.

·         Nach dem abgeschlossenen Verfahren vor dem Landgericht Hamburg wurden weitere Behauptungen zurückgezogen, obwohl nach eigener Auskunft dazu keine Verpflichtung bestand – da habe ich gern von weiteren Schritten abgesehen. Statt der erbetenen wissenschaftlichen Diskussion erschienen nun Monate nach Zurückziehen der Rezension seitens HSozKult am 22.02.2017 zeitgleich die genannten drei Texte.

·         Verfasserin des Textes im Feuilleton der FAZ ist keine Journalistin, wie mancher Beobachter vermutete. Birte Förster ist ebenfalls Historikerin, wie auf der Plattform HSozKult ebenso zu sehen, wie die Zusammenhänge zwischen den handelnden Personen auf google. Auf twitter heizte sie die Debatte weiter an, unter anderem mit der Behauptung "Ein schlechter Tag für das Rezensionswesen,wenn fachliches Urteil weggeklagt wird, weil Ressourcen fehlen @hsozkult". Wenn Sie es für ein fachliches Urteil hält, dass im Buch keine der grausamen Verbrechen behandelt werden, die die Opfer des NS-Regimes durch das untersuchte Institut erleiden mussten, lasse ich das so stehen: Ein Blättern im Buch hilft Ihnen, liebe Leser, sich eine eigene Meinung zu bilden. Zum Buch, zum "Fall Reitzenstein" und zum Vorgehen von Frau Förster in FAZ und auf twitter.

7. Ergebnis

Herrn Flachowsky bitte ich auch auf diesem Wege – wie seit acht Monaten - abermals um wissenschaftlichen Dialog, gern unter Einbeziehung des Herausgebers von HSozKult, Herrn Professor Hohls; gern auch hochschulöffentlich. Gern stelle ich mich im Rahmen des Dialoges den erhobenen Vorwürfen, ich habe keine wissenschaftliche Diskussion mit dem Rezensenten gesucht und stattdessen geklagt. Es wäre schön, wenn ich in einer wissenschaftlichen Diskussion verstehen darf, wie Herr Flachowsky die von mir als diskussionswürdig gesehenen Punkte gemeint hat, um dann in meiner Replik seine Sicht der Dinge angemessen differenziert aufgreifen zu können.

27.02.2017

Julien Reitzenstein



* (Ergänzung am 01.03.2017 aufgrund von Zuschriften: Schmerzensgeld für Reputationsschäden sind nicht unüblich, der Schadenersatz für nachzuweisende wirtschaftliche Folgen hätte die Summe möglicherweise auf eine weitere Eskalationsstufe gebracht - aber wie gesagt: Eskalation hilft ja ja langfristig niemandem, Konsens findet man nur im Dialog und wenn beide Seiten aufeinander zugehen: Darum verzichtete ich darauf, finanzielle Forderungen geltend zu machen und trug mit meiner Familie die Folgen allein.)